Systemische Therapie oder Systemische Familientherapie ist ein psychotherapeutisches Verfahren, dessen Schwerpunkt auf dem sozialen Kontext psychischer Störungen liegt – insbesondere auf den Interaktionen zwischen Mitgliedern der Familie und deren sozialer Umwelt.
Im Unterschied zu anderen Therapieformen, die das Individuum in den Mittelpunkt stellen, betrachtet die Systemische Therapie den Menschen im Zusammenhang mit seinen Beziehungen und seiner Umwelt. Die Aufmerksamkeit richtet sich auf die Muster und Regeln, die das Zusammenleben in Familien und sozialen Systemen bestimmen.
Vertreter:innen dieser Therapierichtung betonen die Bedeutung impliziter Normen des Zusammenlebens für das Zustandekommen und die Überwindung psychischer Störungen. Diese “Familienregeln” werden oft unbewusst weitergegeben und können Generationen überspannen.
Die Systemische Therapie unterscheidet sich dadurch, dass weitere Mitglieder:innen des für den/die Patient:in relevanten sozialen Umfelds in die Behandlung einbezogen werden können. Dies geschieht immer mit dem Einverständnis aller Beteiligten und nur, wenn es sinnvoll für die Therapie ist.
Seit Ende 2008 ist in Deutschland die Systemische Therapie als wissenschaftliches Psychotherapieverfahren anerkannt. Studien zeigen ihre Wirksamkeit bei einer Vielzahl von psychischen Beschwerden und Beziehungsproblemen.
In der systemischen Therapie arbeiten wir an den Beziehungsmustern, die Sie belasten. Wir betrachten, wie Kommunikation in Ihrem System funktioniert, welche Überzeugungen das Zusammenleben prägen und wie Veränderungen angestoßen werden können.